Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
167
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Tönen macht. Ueberhanpt muß ich Ihnen sagen, daß Sienicht alled gcthan haben, was man von Ihnen federt, wennSic sich genau nach dem Splbenmaße richten. Ihre gutabgemessenen Splben müssen auch wohlklingend seyn.

Wert hing. Wir wollen zwar vornämlich von dem Erstenreden; aber ich wünschte doch gleichwohl, daß Sie über dasLetzte nicht so ganz weggingen.

Selm er. Ihr Ohr hat Ihnen hierüber schon alles ge-sagt, was ich Ihnen sagen kann. Und Sie werden niemalsstarke Tone mit rauhen; und sanfte mit weichen verwechseln.

Werthing. Zu der letzten Verwechselung haben wir inunsrer Sprache wenig Anlaß.

Selm er. Diese Anmerkung könnte mich verführen, Ih-nen Schuld zu geben, daß sogar Sie das Vvrurtheil hätten,nur diejenige Sprache für wohlklingend zu halten; in welcherdas Sanfte so sehr herrscht, daß auch derjenige Dichter, deram sorgfältigsten wählt, zu oft in Gefahr ist, ins Weicheauszuarten. Doch wir kommen unvermerkt in ein Gesprächüber die Sache, bei dem ich zweierlei fürchte, erst, seineLänge, und dann, daß ich, weil Sie meine Theorie wissenwollen, bisweilen in eine Art des Vortrags gerathen werde;und ich liebe nichts weniger, als das Vortragen. Wasmeinen Sie, wär' es nicht weit besser, wenn ich Ihnen meineTheorie in einigen kurzen Sätzen, und in eben so kurzenErweisen und Erläuterungen aufschriebe?

Wert hing. Wir haben Sie jetzt hier, und die kurzenSätze könnten wohl noch ziemliche Zeit unaufgeschrieben blei-ben; außerdem werden Sie uns, ich will Sie schon dahinbringen, hundert Sachen sagen müssen, die Sie beim Anf-schrciben weglasscn würden.

Selmer. Was kann ich machen? Denn Sie wollen