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wäre, die das Ohr etwas angehn könnte: wir hören auchnicht eins, halb, halb, eins. Daß wir Thcile des Wortshören, ist wenigstens wahr; aber in Betrachtung kömint'sdeßwegen gleichwohl nicht sonderlich. Was das Ohr hierviel mehr, und beinah allein bemerkt, ist, daß es Schnel-ligkeit, und Starke der Bewegung hört.
Man sieht, daß ich auch hier die Sache von der Seiteihrer Wirkung ansehe. Ich weiß wohl, daß man das imTheoretischen der Künste nur selten thut; aber ich weiß auch,daß eben dieß zu mancher Verwirrung und Unrichtigkeitverführt hat.
Beharrte man, meiner Gründe ungeachtet, bei der Mei-nung der alten Theoristcn, und glaubte, daß es Sylbenmaßegäbe, das hexametrische z. E., deren Füße als gleichzeitiggehört würden; so ist noch etwas zurück, das Alles überden Haufen wirft. Es sind nämlich am gewöhnlichsten nichtdie Verse, sondern ihre Abschnitte die eigentlichen Theile despoetischen Perioden; und von diesem urtheilt das Ohr, inso fern auch Vergleichung der Theile bei dem Urtheile znmGrunde liegt, nur nach den angeführten eigentlichen Theilen.
Jeder Vorleser setzt nach dieser Theilnng ab; und Nie-mand mag es anders hören. Es belustigt daher, wenn manfindet, daß Dionys, dieser sonst so scharfsichtige Kritikus, daer unter andern auch von dieser Sache sprechen will, eineEinleitung macht, als ob er vorhätte von den tiefsten Ge-heimnissen der Kunst zu reden. „Daß nur der Geweihte,ruft er ans, in das Heiligthum trete, und dem Unheiligcndie Thüre verschlossen werde."
Nur die lyrischen Sylbenmaße haben, bis auf den Unter-schied, der durch die kleineren und größeren Längen oder Kürzenentsteht, auch für daS Ohr Gleichzeitigkeit. Denn hier werden