Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
34
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Von der ionischen Versart.

Selm er. Sie kennen den schönen Rhythmus des Jo-nikus. Ich habe eine mir mitgetheilte Versart nach ihmgenannt. Ein großer Dichter könnte ihr, durch ein Gedichtvon vielem Inhalte, seinen Namen geben; und so würde ichgar nichts dawider haben, wenn sie ihre griechische Benennungverlöre. Ihr Schema ist:

Der Jonikus ist der herrschende Fuß; nach ihm kommender Anapäst und der Bacchcns von ungefähr gleich oft vor.Da die beiden ersten schon so viel Bedeutung haben, sodurste ein Dritter, nur unter der Bedingung einer großenAehnlichkeit mit dem herrschenden, hinznkonimen.

Werthing. Aber warum wurde, eben dieser Aehnlich-keit wegen, der Bacchcns nicht zum zweiten nach dem herr-schenden gemacht, und der Anapäst merklich seltner gebraucht?

Seltner. Weil die Versart ans diese Weise eintöniggeworden wäre. Der Jonikus ist nicht in der ersten Abthei-lung; weil er sonst zu oft Vorkommen, und also zu starkwürde gehöret werden. Der vierte ist ohne den Anapäst,weil der Schluß des Verses den Hauptton der Versart habensoll. Der Baccheus darf nur selten für den Jonikus in dervierten Abthcilung gesetzt werden; cs muß aber auch nichtzu selten gescheht:, damit der Schluß des Verses zwar merk-lich, aber auch nicht eintönig sey. So oft nach der Regel,und nach der Crlaubniß, ähnliche Füße mit einander ab-wechscln zu lassen, der DidymäuS für den Jonikus steht,(in der vierten Abthcilung steht er niemals) so ist er allezeitein Wortfuß, damit er dem Verse seinen Hauptton nicht