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Wer ihr Schuld gicbt, daß sie rauh klinge, der hat sie ent-weder niemals recht aussprechen gehört; oberer sagt cs nur,weil es einige seiner Nation auch gesagt haben. Mit grö-ßerm Rechte könnte man der französischen Sprache den Vor-wurf machen, daß sie wenig volltönige Wörter habe, undnoch weniger, wegen ihrer flüchtigen und fast übereilten Ans-sprache, periodisch zu werden fähig; der italienischen, daß siezu sehr von dem gesetzten und vollen Accente ihrer Mutterins Weiche und Wollüstige ansgeartct; und vielleicht derstarken Sprache der Engländer, daß sie zu einsylbig se», undzu oft, statt zu fließen, fortstoße, als daß sie die Fülle desgriechischen Perioden so nahe, wie die deutsche, erreichenkönne. Kennern des griechischen Wohlklangs glaube ich meineVorstellung von dem Klange unsrer Sprache noch deutlicherzu machen, wenn ich sage, daß sie mit dem Dorischen desPindar Aehnlichkeit habe, zugleich aber den Unterschied vor-aussetze, der, zwischen dem Dorischen des Pindar, und dergriechischen Schäferdichter, ist. Ohne mich in die Entschei-dung einzulassen, welche von unfern Provinzen am bestendeutsch rede? so kömmt es mir doch als wahr vor, daß einSachse das Hochdeutsche, oder die Sprache der Skribenten,und der guten Gesellschaften, mit leichterer Mühe rein undganz anssprechen lernen kann, als einer aus den übrigenProvinzen. Und wie einer von diesen seine Sprache spricht,so rein, so volltönig, so jeden Ton und Buchstaben, den dierichtige Rechtschreibung setzt, zwar ganz, aber doch nicht sel-ten, bei der Häufung der Buchstaben, mit unübertriebnerLeisigkeit: dicß ist die Regel der längern und kürzer» Sylben,der Art ihrer Länge und Kürze, und also auch der Harmo-nie des Verses überhaupt. Ich muß gestehn, es giebt zwei-felhafte Aufgaben bei dieser Regel; und wir wären glücklich,