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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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ich sah den Herrn von Zinnenstein, ohne von ihm gesehenzu werden; und da ich wirklich zwischen ihm und mirAehnlichkeit fand, so beschloß ich rasch, seine Bräutigams-rolle zu spielen und das Glück in Versuchung zu führen,ob es, nach seiner alten Gewohnheit, dem Kühnen bcistchenwolle.

Ich schrieb unter dem Namen Runenstein an FräuleinHelenen. Mein Bedienter trug die Briefe. Er, vor-mals ein Winkelschauspicler, gab sich zu diesem Botcnge-schäste und zu allen andern, bei welchen er als Runcn-steinischer Diener gelten und erscheinen wollte, die Ge-stalt seines alten Freundes, der wenn ich nicht irreGebier heißt. Mein Schlaukopf kleidete sich genau wieJener der eben kein Schlaukopf sepn mag und ver-altcrte sich mit theatralischer Kunst durch Schminke. Diebeiden Menschen wären kaum, wenn man sic beisammengesehen hätte, von einander zu unterscheiden gewesen.

Es kam meinem Bedienten gut zu Statten, daß unserWohnhaus in zwei verschiedenen Straßen Ausgänge hatte.Durch die Hauptthür ging er in seiner natürlichen Gestalt,durch die Hinterthür als Gebier aus und ein. So bliebunser Gaukelspiel den Nachbarn ein Gchcimniß, und nie-mand könnt' cs verrathcn.

Meine Briefe fielen der Madame Tarantel in die Händeund wurden verbrannt. Ich brachte dem Fräulein eineSerenade: Herr von Runenstein erhielt deßhalb von derErzieherin einen derben Verweis. Ich paradirte auf denbesten Miethrosscn, die zu haben waren, vor Hclencns Fen-stern, und der Herr Kammerjunkcr gericth einst darübermit einem Pferdevcrleihcr in Händel. Alle diese Verdrieß-lichkeiten klagte Gebler, als Neckereien eines unbegreiflichenSchicksals, meinem Bedienten."