Dreinttddreisiigftcs Kapitel.
Örtlich erhalt oerdriestliche Briefe, und wird reu einem Gro-bian aus dem Bette gcsiaubert.
Geblers Trinkfeste dauerten fort. Sein Dutzbrudcr be-gnügte sich in der Folge nicht mehr, ihn zufällig auf derStraße zu finden; er kam, wenn er bei einem Glase Weinmit ihm schwatzen wollte, ins Uhrmannsche Haus undführte ihn mit sich hinweg, oder bestellte ihn auf eine ge-wisse Stunde. Ortlicb, mehr Freund als Gebieter, gönnteund erlaubte seinem alten Getreuen diese Ergötzlichkcitcn;er selbst aber hatte von allen Seiten nichts als Verdruß.
Einst, als er sich eben mit lebhafter Eßbegicrde zu Tischsetzen wollte, erhielt er folgende Zuschrift:
„Mein Herr von Runenstein, es hat Ihnen gestern be-liebt, einen Brief an Fräulein von Ellerbach in meine„Wohnung zu senden: da aber aus bekannten Ursachen„für jetzt keine Corrcspondenz Statt finden kann, so habe„ich ihn unentsicgelt dem Vulkan geopfert. Dicß zur Nach-sicht von
Ihrer chrcndienstergebcncn
Rebccka Tarantel."
Er las mit großen Augen; er las wiederholt. DieKammerjungfer wartete auf Antwort. „Es ist mir gleich-gültig," — sprach er nach einigem Besinnen ziemlich Herz-