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Als der Brief fertig und zusammengelegt war, ward er,nach Vater Arbogasts Weise, mit einer zarten seidenenSchnur durchzogen und dreifach pctschirt. Gebier trugihn auf die Post, blieb lange aus, und da er zurück kam,war er ungemein fröhlichen Angesichts und schien ein we-nig zu taumeln.
„Was ist Ihm?" fragte Ortlieb. „Er thut ja, als wär'sim Oberstübchen nicht richtig."
„Beinahe, gnädiger Herr!" antwortete Gebier. „EinUnbekannter, den ich in meinem Leben nicht gesehen habe,tractirte mich mit einer Flasche Wein; und wie sich dasfügte, will ich Ihnen erzählen. Als ich vorhin auf diePost ging, kam nicht weit von unserm Hause ein Fremderan mich heran und fragte höflich nach einer Straße, dieich ihm nicht Nachweisen konnte. Bei dieser Gelegenheitfielen seine Augen auf Ihren Brief. Er wunderte sichüber die seidene Naht und die vielen Siegel und bat michum Erlaubniß, diese vorsichtigen Anstalten näher zu be-trachten. Mißtrauisch hielt ich den Brief mit beiden Hän-den, und so besah er ihn hinten und vorn. Er machteviel Wesens von der Künstlichkeit der Befestigung; erfreute sich, daß er etwas Neues und Nützliches gelernthätte, und aus Erkenntlichkeit nöthigte er mich, als ichden Brief auf die Post gegeben hatte, in ein Weinhaus.Da ließ er denn ein gutes Tröpfchen einschenken und fandsolch Gefallen an mir, daß er mich beim Abschiede bat,morgen um dieselbe Stunde wieder sein Gast zu seyn." —
„Curios!" sagte Ortlieb. „Wenn nur nicht etwa derwohlthätigc Weinengel ein Gauner ist, der auf Betrugausgeht."
„Ho! ho!" rief Gebler: „wäre das seine Absicht, sodrischt er bei mir leeres Stroh. Ich trinke, wenn er will,