Feind der Brillen — wunderte sich bei seinem Eintritt,daß der Supplicant so unbeweglich aus dem Sopha (wo-hin er überhaupt noch gar nicht gehörte) sitzen blieb. Se.Erccllenz bewegte sich näher hin und sah mit dem höchstenErstaunen nicht nur des Junkers Augen scst geschloffen,sondern hörte sogar ihn leise schnarchen. Er schütteltemit großem Mißfallen den Kopf, und versuchte, durch ge-lindes Räuspern und Husten den Schläfer zu wecken.Würde und Anstand erlaubten nicht mehr; und da diesessanfte Ermnntcrungsmittel nicht anschlug, so verließ derbeleidigte Hofmann mit Unwillen das Zimmer und befahlseinem Kammerdiener, den Usurpator des Sophas zu ent-thronen.
Der steife Kämmerling eilte mit dienstfertigen Schrit-ten ins Audicnzgcmach und rüttelte gewaltsam den Schlaf-ratz. Dieser schlug die Augen weit auf, sah scheu umher,und konnte sich nicht besinnen, wo er war. „Um Gottes- Willen, was machen Sie!" sagte der Kammerdiener. „Sc.Erccllenz waren hier, wollten Ihnen Gehör geben undzogen sich, weil Sie schliefen, ungnädig zurück."
„Ich bitte tausendmal um Verzeihung;" sprach Ortliebund taumelte empor. „Belieben Sie dem Herrn Obcrhof-marschall zu melden, daß ich setzt wache."
„Für heute ist nun an keine Audienz zu denken;" ver-setzte der Kammerdiener. „Lassen Sic den Zorn Sr. Er-cellcnz einige Tage verkühlen und kommen Sie dann,wenn Sie einmal recht ausgeschlafcn haben, gefälligstwieder."