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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
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Er sehnte sich darnach wie -Eva nach der Fracht des ver-botenen Baumes: denn dieser Frucht glich das Sopha,weil ihn sein Vater vor weichen Polstern höchlich gewarnthatte. Aber seine nnbezwingliche Lüsternheit machte ihnzu einem Casuisten. Er beleuchtete und prüfte den gegen-wärtigen Gewissensfall von allen Seiten und zog folgen-den Schluß:Papa schrieb in seinem Sittenbüchlcin:Setzedich in Gesellschaften ans kein Sopha."" Hieraber ist keine Gesellschaft: also darf ich mich auf dießSopha setzen."

Er steuerte sofort darauf los. Der Spiegel des getä-felten Fußbodens schreckte ihn nicht: er verließ sich aufseine gekreidete» Sohlen. Doch Gebier hatte des Gutenzu viel gcthan. Jeder Schritt zeichnete Ortlicbs Fußsta-pfen auf das braune Parkett. Allein auch dieser verrä-therischc Umstand hielt ihn von seinem Vorsatz nicht ab.Er verwischte von Schritt zu Schritt seine Fährte mitdem Schnupftuche und kam langsam, doch glücklich auf'sSopha. Hier saß er nun wie in Abrahams Schooße,drückte sich behaglich in einen Winkel und dachte: wenndu das geringste Geräusch hörst, so springst du auf! Abernach wenigen Minuten vergingen ihm alle Gedanken: erschlief ein.

Der Oberhofmarschall (der eben das epinöse Geschäftdes Anordnens der Hoftrauer um eine fremde fürstlichePerson abzumachen hatte) ließ ihn eine halbe Stunde ru-hig schlummern. Als endlich die Beschaffenheit und Dauerder Plcureuscn und schwarzen Hauben entschieden war,begab er sich aus seinem Kabinet ins Audienzzimmer.Ortlieb, der allenfalls in die Gesellschaft der Siebenschlä-fer gepaßt hätte, erwachte nicht. Der Oberhofmarschall mit einiger Augenschwächc behaftet, und dennoch ein