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dieser Absicht dem Oberhofmarschall ein Empfehlungsschrei-ben des Herrn von Ellerbach persönlich übergeben. Einschwerer Gang! Doch er mußte gethan werden. Gebierbegleitete seinen Herrn in des Oberhofmarschalls Palast.An der Schwelle des Vorzimmers überzog er ihm, nachVater Arbogasts Gebot, die Sohlen der neuen Schuhemit einer dicken Rinde von Kreide, und wünschte ihm zuseinem Vorhaben Glück und Segen.
Furchtsam trat Ortlieb ins Vorgemach und verbeugtesich rechts und links gegen ein halbes Dutzend anwesenderBortenröckc. Sic blieben mit eingeschlagenen Armen instolzer Ruhe fitzen und dankten ihm nicht. Er wickelte,von ihnen behohnlächelt, das Empfchlungschreiben aus ei-nem seidenen Taschentuche heraus, reichte es in einer de-müthigen Stellung dem nächsten Müßigsitzer, und gab da-bei mit zitternder Stimme zu vernehmen, daß er Sr.Erccllenz in Untcrthänigkeit aufzuwarten wünsche. Derübermüthige Lakei besann sich ein wenig, eh' es ihm gefiel,seine träge Hand zur Annahme des Briefes zu bewegen.Dann las er mit Gemächlichkeit die Aufschrift, besah dasSiegel, fragte den Junker nach seinem Namen, erhob sichgähnend, ging mit dem Briefe fort, kam bald ohne den-selben zurück, und setzte sich stumm wieder an seinen Platz.
Nach einer vollen und für unfern Ortlieb äußerst un-lustigen Viertelstunde erschien die feierliche Gestalt einesbetagten Kammerdieners im Vorsaale, führte den Suppli-canten ins Audicuzgemach, ersuchte ihn, des Herrn Ober-hofmarschalls Ercellcnz hier zu erwarten, und trat miteiner Verbeugung ab.
Ortlieb stand wie eine Bildsäule an der Thüre undliebäugelte mit einem Sopha, das, mit Sammt bekleidet,an Schönheit alle übertraf, die er jemals gesehen hatte.