-oV 275 O--»
Dreißigstes Kapitel.
Die Einsiedelei i» der Mitte einer volkreichen Hauptstadt.
Genug aus dem Tagebuche! Die Quartiersucher wun-derten noch in viele andere Häuser, wo Zimmer zu vcr-miethcn waren, und überall fanden sie Steine des Anstoßes.Endlich kamen sie an ein schönes, großes Gebäude, worinsich selbst Vater Arbogast ohne Bedenken eine Wohnunggewählt hätte. Es sah mit dreißig Augen oder — umder Prosa getreu zu bleiben — es hatte dreißig Fensternach der Straße heraus; doch alle waren dicht verhangen;nirgend zeigte sich eine Spur von Leben. „Hier mag eswohl spuken;" sagte Gebler: „das Haus steht ganz öde."— Doch es war Heller Tag; sie klingelten ohne Furcht.Die Pforte öffnete und schloß sich wie von selbst; keinPförtner war sichtbar. So fanden sie bis in den drittenStock hinauf noch drei Thüren, die sich auf gleiche Artihnen aufthaten. Hausflur und Treppe waren rein wieSchnee. Gebler ging, aus Ehrfurcht gegen diese Sauber-keit, bloß auf den Zehen.
Hinter der vierten Thüre, die aus starken Eisenstäbenbereitet war, lauschte ein filbcrhäriger Greis in einem seid-nen Schlafrocke. Er fragte durch's Schutzgitter die Fremd-linge nach ihrem Anbringcn. Sie sagten es ihm. „SindSie vom Lande?" fragte er weiter. Ortlieb gestand es