So schalt er ihr nach in den Hof, schnitt geschwind denFaden ab, und entwich mit seinem Herrn aus dem Hause,um die Rückkunft des schnippischen Mädchens nicht abzu-warten.
Vater Runenstein hatte befohlen, den Gasthof sobald alsmöglich mit einer Wohnung in einem ehrbaren Privat-hause zu vertauschen. In dieser Absicht dnrchstrichcn Ort-lieb und Gebier, nach eingenommener Mahlzeit, einenbeträchtlichen Theil der Stadt. Sie gingen in mehr alszwanzig Häuser, ehe sie ein erwünschtes Unterkommenfanden. Ortlieb trug nachher die Geschichte dieser Wan-derung in sein Tagebuch ein. Wir wollen etwas davonaushebcn, uns aber hier und da erlauben, die überflüssi-gen Ranken seines weitschweifigen Stpls zu beschneiden.
Nro. 1. Eine geschminkte Dame, deren Gesicht zwanzigJahre jünger war, als sie selbst, führte mich in ein Pracht-zimmer, worin ein herrliches Sopha stand. Ich setzte michzur Probe daraus; es war mit den trefflichsten Stahl-federn versehen. Dieser Bequemlichkeit mich erfreuend, fragteich nach dem monatlichen Miethprcise. „Zwei Louisd'or,"antwortete sic; „aber rauchen Sie Tabak?" — „O, rechtstark!" sagte ich, weil sie in einem Tone fragte, als obsie sich recht nach TabakSrauch sehnte, und keinen andernMiethmann, als einen tapfern Schmaucher, annchmenwollte. Allein sie rümpfte die Nase und complimentirtemich zum Zimmer hinaus.
Nro. 2. Die Vermietherin war eine alte Matrone vonStande, doch unsauber gekleidet. Der Geiz sah ihr ausden Augen, und ihre dürren Finger schienen mir länger,als andere Menschen sie haben. Das Canapce — wor-nach ich immer zuerst sehe — war nur mit Heu gestopft.Ich rügte das. „Die Zeiten sind schlecht," sagte sie; „und