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Neunundzwanzigftes Kapitel.
Unser Junker ist in Gefahr, sich zu verlieben, wird aber nvchwie ein Brand aus dem Feuer gerissen.
Gebler entsetzte sich über den unglücklichen Ausschlag desBesuchs. Er verwünschte die Kammerjungfcr, und sprachdem Hausknecht das Urtheil: er solle beim Abzug aus demGasthofe kein Trinkgeld bekommen. Indem er sich so er-eiferte, fiel ihm die zerrissene Tasche in die Augen. Ort-lieb gestand ihm, daß er ihr Schicksal richtig vorausgesagthabe. „So gcht's, gnädiger Herr, wenn man den gutenRath eines alten, treuen Dieners verachtet!" rief Gebier.Er zog zugleich ein beinernes Etui, worin sich Nadeln,Zwirn und andere kleine Schneidergeräthschaftcn befanden,aus der Tiefe seiner Weste hervor, und nähte auf derStelle das Unterfutter, das in Fetzen über den Saum desKleides herabhing, mit flüchtigen Stichen zusammen.
Bei dieser Arbeit betraf ihn die Kammerjungser, dieeben die Treppe herabkam und Ortlicbs Steine in derSchürze trug, um sie auf den Hof zu werfen. Sie ras-selte damit wie ein Poltergeist, und brach in ein unver-schämtes Gelächter aus, als sie sah, daß der Schneider-meister seine Werkstatt hier aufgcschlagen hatte. „Schongut, Mamsell!" fuhr er sie an. „Es ist noch nicht allerTage Abend. Wer zuletzt lacht, der lacht am besten." —