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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
257
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Sie mir ins Ohr, und thatcn dabei so schüchtern undheimlich wie ein Mensch, der kein gutes Gewissen hat.Was könnt' ich anders glauben, als daß Sie in der Stilledie Gesellschaft eines hübschen Mädchens verlangten?"

Dieses lustige Mißverständlich nöthigte sogar dem ernst-haften Gebler ein Lächeln ab und entrunzclte seine Stirn.Mich wundert nur," sagte der Hausknecht,daß unserBackfisch so ruhig fortschwamm, ohne sich für Weg undVersäumniß ein Gratial auszubittcn."

Auch dieses Räthsel lös'te sich auf der Stelle. Ortliebsuchte seine Börse, die, mit einigen Thalern beschwert, aufdem Tische gelegen hatte. Sie war weg. Die Dirnehatte sie während der Zeit, als im Nebenzimmer über siegewortwcchselt ward, zu sich genommen.Hab' ich's dochgesagt; die Menschen stehlen hier wie die Raben!" riefGebler, und foderte den Rothkopf auf, der Diebin nach-zusetzen. Dieser hatte jedoch keine Ohren dazu, weil dieEntwendung, die er sagte, nicht bewiesen sey, und derfehlende Geldbeutel vielleicht auf irgend eine andere Artabhanden gekommen sepn könne. Kurz, man mußte denVerlust verschmerzen.

Der Hausknecht entfernte sich, um wirklich Backfische inder Küche zu bestellen. Nun begann zwischen dem Jun-ker und seinem Diener ein vertrautes Gespräch über denunangenehmen Vorfall. Beide waren darin einig, daß derZofe Dazwischenkunft die schlimmste Seite der-Geschichtesep.Das entsteht aus dem verdammten großstädtischenCeremonienwesen!" rief Gebler aus.Ich war der Ma-dame Tarantel nicht Mannes genug, das leere Complimentallein nach Hause zu tragen. Die vornehme Kammer-jungfer denn so titulirt man sie mußte sich mit aufden Weg machen."

Langbein'S sämmtl. Schr. VIII. B».

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