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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
258
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Ach! sic wird mich, trotz meiner Unschuld, bei ihrerHerrschaft ties in die Tinte bringen!" seufzte Ortlieb.

»Ja, sie hat eine Schwertzungc, gnädiger Herr! Drumwill ich gleich hin und ihr den Wirrwar erklären, und sicum Schweigen bitten. Aber ich bliebe, bei meiner Seele!lieber zu Hause. Man wandelt hier wahrlich nicht aufRosen. Ich wurde vorhin von den unzähligen Carrete»,die ins Kreuz und in die Quere nach der Comödie hin-jagtcn, beinahe gerädert. Zur Zugabe fiel ich noch in et-liche Rinnsteine, und ein paar junge Gasscntcufcl, die mei-nen Mantel unausstehlich fanden, fragten mich keck, obich ihn vom Doctor Faust geerbt hätte. O ihr Gal-genvögel, sagt' ich, redet nicht vom Doctor Faust! Denhat der Geier geholt, und euch wirds nicht besser gehen!"

Ortlieb mcpntc: es wurde fruchtlos sepn, die gestrengeJungfer um Schonung anzuflehen, weil sie vermuthlichschon geplaudert hätte.Nein, nein!" erwicderte Gebiermit fröhlichem Händereiben:das mußte das Kammer-kätzchen wohl bleiben lassen! Fräulein Helene und dieSchuldame fuhren vor meinen Augen in die Comödieoder ins Puppenspiel, und kommen erst nach drei Stundenzurück."

Junker Ortlieb hörte ganz gelassen von seiner künftigenGemahlin sprechen, ohne daß cs ihm einfiel, sich ihre Ge-stalt ein wenig beschreiben zu lassen. Ucber diese Stein-kälte (die sogar dem Kirchenlehrer Hieronpmus an Jüng-lingen ein Aergerniß war) wunderte sich Ortliebs grauerDiener ein Weilchen im Stillen, und begann hierauf mitsüßlich gespitztem Munde von selbst:Hören Sic, dasFräulein von Ellerbach ist schrecklich schön! Ihr Gesichtstellen Sie sich vor wie eine Schüssel voll Milch, worinRosen schwimmen) der Körper gleicht einer jungen Man-