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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
220
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Heiligthum war ein Nothglicd des edlen Ritters, den dieFürsten haßten und an den die Bedrängten sich wandten.Seine natürliche rechte Hand ward ihm vor Landshut ab-geschossen; -cs schmerzte ihn, zu seinem Beruf verstümmeltzu seyn; doch cs fiel ihm ein, von Einem gehört zu ha-ben, der auch nur eine Hand hatte, und als tapferer Rei-tersmann doch noch lange diente. Getröstet sah sich Götznach einem Künstler um, der ihm seinen Verlust ersetzenkönne, und es gelang ihm, eine» zu finden. Lange nach-her traf er mit einem Klosterbruder, der ihn nicht kannte,in einer Herberge zusammen. Sie sprachen traulich überMönchs- und Ritterleben; am Ende reichte ihm Götz zumAbschied die linke Hand. Warum reicht ihr mir die Linke?fragte der Bruder. Bin ich die ritterliche Rechte nichtwerth? Und wenn ihr der Kaiser wär't, antworteteGötz, ihr müßtet mit dieser vorlieb nehmen. Meine Rechte,obgleich im Kriege nicht unbrauchbar, ist gegen den Druckder Liebe unempfindlich; sie ist eins mit ihrem Handschuh;ihr seht, er ist Eisen. Da erkannte der Mönch, daßder wackre Götz mit ihm sprach, und freudig segnet' erihn." -

Ich erinnere mich dunkel, diese Anekdote schon irgendwogehört oder gelesen zu haben;" sagte Herr von Ellerbachmit einem leichten nachläßigen Tone, um durch diese schein-bare Kälte einen wohlfeilen Preis zu erlisten.Aber, meinHerr Doctor," fuhr er fort,es ist höchst ungewiß, ob dasmechanische Kunstwerk, das wir hier vor uns haben, mitdem tapfer» Arme des alten Götz wirklich vereinigt war,oder ob vielleicht"

Ich empfehle mich Ihnen!" fuhr der Doctor ärgerlichauf, drehte dem Edelmann den Rücken zu, legte die Handwieder ins Kästchen und trug es an seinen Ort.