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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
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Häuser hatten von jetzt an eine lange Zeit weder im Gutennoch im Bösen den geringsten Verkehr mit einander.

Sechs Monate nach Ludolphs Verlust gebar Frau vonRunenstein einen zweiten Sohn, der seinem altern Bruderan Wohlgestalt nichts nachgab.

«Er soll Wolfgang Ortlieb heißen!" sprach der Vaterzu dem Geistlichen, der aufs Schloß gerufen worden war,die Taufhandlung zu verrichten.

Ortlieb?" fragte der Pfarrer mit Verwunderung.Hört' ich recht?"

Ja, ja, Ortlicb!" wiederholte Herr von Runenstein.Haben Sie gegen diesen guten altdeutschen Namen etwaseinzuwenden?"

Nichts in der Welt, gnädiger Herr, als daß er mirnoch nie vorkam."

Sehr möglich, lieber Pastor! Die Geschichte der deutschenVorzeit ist, leider! nicht Ihr Fach: sonst wußten Sie, daßbei einem Turniere, welches Anno Christi 1311 in derWoche nach Bartholomäi im Lande Schwaben gehaltenwurde, ein Qrtlieb von Westerstetten erschien."

Wirklich?" sagte der Pfarrer lächelnd.Nun so habenwir ja eine Autorität vor uns."

Und wäre das auch nicht;" fuhr Herr von Runensteinfort:wäre der Name Ortlieb noch in keines MenschenSinn und Mund gekommen, so hätt' ich selbst ihn erfun-den, um meinem Sohne dadurch einzuschärfen, daß er denOrt seiner Geburt lieb habe, und sich nimmer von ihmtrenne. Die Runensteine sind nun einmal nur in ihrerHeimath glücklich. Sobald sie heraus treten, verfolgt sieein feindliches Schicksal, wie ihr Schatten."