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Neuntes Kapitel.
Junker Ortlieb, die Hauptperson dieser Geschichte, wirdgeboren.
Jenes traurige Ereigniß hatte zur Folge, daß Runensteinsbisher schon hochgetricbcne Vorsichtigkeit vollends ganz indie lächerlichste Vorsichtelei ausartete. Er ließ zuförderstalle Thore seines Schlosses, mit Ausnahme eines einzigenPförtchens, zumauern, um sich vor Befehdungen undUeberfällen, die er von Ellerbachs Seite befürchtete, sicherzu stellen. Die feste Brücke des Schloßgrabens ward ab-gebrochen, in eine Zugbrücke verwandelt, alle Abende beiSonnenuntergang aufgezogen, und niemand mehr herüberoder hinüber gelassen. War dann von jener Seite nochirgend ein Brief oder sonst etwas abzugeben, so bedienteman sich diesseits einer langen Stange zum Heber undCommunicationsmittel. Ferner ward auf die Burgmauerein Thürmchen gebaut, und darin ein treuer, mit einemVorzüglich guten Gehör begabter Wächter einquartiert, derbei Nacht nach allen Gegenden hin horchen, und in jederViertelstunde seine Wachsamkeit durch einige Stöße in einHorn beweisen mußte. Kurz, Herr von Runenstein machteSicherheitsanstalten, als lebte er mitten in den Fehdezeiten.Man bemerkte aber nie, daß sich Ellerbach mit einer Heeres-macht gegen ihn feindlich bewegte. Die erbverbrüderten