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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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Hand voll Geld stecken wollte, fand er den Platz schonmit einem znsanimcngebrochcncn Blatte Papier besetzt. O,die leichtfertigen Nonnen! dachte er im ersten Augenblicke:Sic haben mir gewiß znm Scherz eine Schncidcrrcchnunggemacht! Wie er aber das Blatt auseinander schlug,enthielt cs folgenden Brief:

Herzlichster Anton!

Freue Dich, freue Dich! Ein Stern der Hoffnung gehtuns auf, daß wir noch ein Paar werden, und dazu wirduns der Bischof Bonisacius, wenn er ein dankbares Ge-müth hat, verhelfen: denn ich habe ihm in Züchten undEhren einen Gefallen gethan. Nun höre, wie das zuging.

Heute Vormittags wurden die Nonnen plötzlich mit dersogenannten Capitclglocke zusammengeläntct. Ich wundertemich, weil es etwas Ungewöhnliches war; da ich jedoch,dem Himmel scp Dank! noch nicht cingcklcidet bin, sodachte ich: was gcht's dich an? und blieb ruhig in mei-ner Klause. Aber nach einer halben Stunde ward auchich gerufen. Die Aebtisstn stand noch im Kreise der Non-nen, wie eine Gluckhenne in der Mitte ihrer Küchlein, undalle machten ein Gesicht, als wäre ihnen ein großes Leidwiderfahren. Und was war's? Der Bischof derdoch ein alter Spaßvogel sepn muß hatte den närri-schen Einfall gehabt, ein Paar Beinkleider, an welchen eineNaht aufgegangen war, ins Kloster zu schicken, damit sievon einer geistlichen Hand ausgebcssert werden sollten. Dawar nun Holland in Noth! Alt und Jung fürchtete sichdavor, wie ein gebranntes Kind vor dem Feuer. Darumfragte die Domina mich: ob ich, als ein noch halbes Welt-kind, die paar Stiche thnn wollte. Ich sagte Ja, unddachte in meinem Herzen: der Bischof soll und muß Dirdie Arbeit bezahlen.