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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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mehr aufgcbürdct. Sähe der Bischof, daß wir mit Lustund Liebe gearbeitet hätten, so war' er im Stande, unsseine ganze alte Garderobe zum Auebessern über den Halszu schicken."

Mit diesen Worten nahm sie die Unterkleider dem Mäd-chen vom Schooße, und suhr damit unter ihren Hausman-tel, um sic in ihr Wohngcmach zu tragen. Antonic, dieihr LicbeSbricfchen nicht entfuhren und in Unrechte Händekommen lassen wollte, griff wieder nach dem sammtcnenCouvert desselben und sagte:Erlaubt mir, hochwürdigeFrau, daß ich Euch der Mühe überhebe. Ich folge aufdem Fuße nach." Durch dieses höfliche Anerbieten wolltesie sich Gelegenheit verschaffen, das Bricflcin untcrwcgesaus seinem Versteck zu ziehen und in ihrem Busen zu ver-bergen. Die Domina ließ sich aber das Bischvfsgut nichtabhöfeln; und als Antonie, unter dem Scheine der Dienst-scrtigkeit, einige Gewalt brauchte, sagte die alte Damein einem verdrießlichen Tone:Ich befehle Dir, laß ab,damit Deine zudringliche Höflichkeit nicht in Unhöflichkeitausarte."

Bestürzt und demüthig zog sich das arme Mädchen zurück,und die Domina ging mit der schwarzen Beute von dannen.

Am folgenden Tage feierte der Bischof sein Geburtsfcstmit einem großen Gastmahle, wozu er Prälaten und Rittercingeladen hatte. Es ward tüchtig gezecht; denn man saßan einer Bischofstafcl, und die hohe Geistlichkeit schwelgtedamals nicht wenig. Die Gesellschaft hatte sich eben beimNachtisch auf die höchste Stufe der Fröhlichkeit hinaufgc-bcchcrt, als Joseph, der kluge Diener, ein zierliches, mitBlumen gefülltes Körbchen überbrachte, das eben als Ge-burtstagsgeschenk für den hochwürdigsten Herrn von un-bekannter Hand bei dem Thürsteher abgegeben worden war.