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Frcmdling war, kannte den ehrlichen Kleidermacher nicht,und hatte noch gar nichts von ihm gehört. Er wußtehingegen, daß ein Nonnenkloster, welches unweit derbischöflichen Burg lag, den Namen der heiligen Agatheführte. Das fiel ihm sogleich ein) und da er eben keinverschlagener Kopf war, so glaubte er in argloser Einfalt:der Bischof sep gewohnt, die Schäden seiner Kleidungs-stücke von den geistlichen Schwestern heilen zu lassen. Erschlug also die Beinkleider in ein Tuch, ging damit insKloster, und verlangte die Acbtisfin zu sprechen.
Die ehrwürdige Matrone, die irgend einer wichtigenBotschaft in Amtsgeschäften gewärtig war, begab sichsofort ins Sprachzimmer und ließ den Gesandten vor sichkommen. Er trat herein, machte seinen Kratzfuß und sagte:„Der Herr Bischof läßt Euch schön grüßen, und schickt Euchda einen Patienten, den Ihr in die Kur nehmen sollt." —Damit enthüllte er die Beinkleider, legte sie der Aebtissinin die staunend erhobenen Hände, und lief, weil er ebennoch andere dringende Verrichtungen hatte, schnell wiederfort, ehe sie vor Bestürzung ein Wort ausbringen konnte.
Sic warf die Unterkleider (wie man in der anständigstenSprcchart sagt) mit Abscheu auf einen Stuhl und sprach zusich selbst: „Welch unerhörtes, schamloses Ansinnen! DerBischof muß wahnwitzig geworden sepn; oder es erging ihmheute wie dem heiligen Augustinus, der in seinen Bekennt-nissen vertraulich zu Gott sagt: Trunkenheit ist zwarfern von mir, aber ein Räuschchen beschlich zu-weilen deinen Knecht"." — „Allein wäre das auchder Fall," fuhr sie fort, „so hat sich doch der heilige Manngewiß niemals einen so unanständigen Weinscherz erlaubt,