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Gustav lancrte des Abends schon zeitig im Schilder-hause des Kupers neben der Weinstube ans die Ankunftseiner neuen Post. Sie kam, ward dem Kuper wie ge-wöhnlich übergeben, und dieser zugleich nach Wein ver-sandt. Schnell zog Gustav dem Stocke seinen messingenenStiesel ab, und fand hinter demselben zu seiner größtenFreude ein Brieflcin von Augusten. Das gute Kind schaltAnfangs ein wenig über die Verletzung des väterlichenEigcnthums; doch folgten dem sanften Verweise die freund-lichsten und herzlichsten Worte, wie sie der verliebte Knabekaum erwartet hatte. Als er das Blättchen mit Ent-zücken gelesen und den unterschriebenen Namen beinahemit Küssen verschlungen hatte, lief er in seine Wohnungund ergoß sein zärtliches und dankbares Herz auf einBlättchen Seidenpapicr. Er bat am Schluß um täglicheFortsetzung des so glücklich angcsangenen Briefwechsels.Mit diesem Blatte eilte er ins Wcinhaus zurück, schobes in den Stock, bat den Küpcr dringend um Verschwie-genheit und schenkte ihm einen blanken Thaler, mit derZusicherung, daß er ein gleiches Geschenk täglich beimPostcnwechsel empfangen solle. Damit war der geldhun-grige Bursch sehr zufrieden.
Die Schncllpost der Liebe kam täglich Abends um siebenUhr im Wcinhause an, und ging um neun, höchstens halbzehn Uhr wieder ab. Acht Wochen lang wurden mit der-selben die glühendsten Bctheuernngcn ewiger Liebe undTreue, und am Ende sogar Verlobungsringe hin undher gesandt. Indessen war Augustcnö Dildniß schon inder ersten Woche des Postenlaufs fertig. Es gefiel Allen,die cs sahen; selbst Augustens Vater lächelte beifällig.
Die Absendung des Bildes nach Gustavs Vaterstadthatte keine Eile; er konnte es noch vorher bet der jährli-
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