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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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jungen Dame wenigstens dreißig Schritte näher rucken;"sagte Gustav:denn ich müßte Falken- oder Luchsaugenhaben, wenn ich die feinen Gesichtszügc, die ich malensoll, aus dieser weiten Ferne vollkommen auffassen könnte."

Das machen Sie mit dem Herrn Ncchnungsrath aus!"sagte sic.Er befahl, daß ich Sie anweisen sollte, sichhier an der Thür mit Ihrem Kram niederzulaffcn. Nundas Hab' ich Ihnen gesagt, und damit Punktum!"

Jetzt erschien der Rcchnungsrath mit seiner schönen Toch-ter. Sie traten durch eine Thür am entgegengesetztenEnde des Saales herein. Gustav ging mit schnellen Schrit-ten auf sie zu. Der Nechnungörath schob mit der einenHand das Mädchen hinter sich zurück an die Wand, undmachte mit der andern gegen den Maler allerhand znrück-weisende Bewegungen. Dieser ließ sich aber nicht abhal-tcn, vorwärts zu schreiten und Augusten zu sagen: wieglücklich er sich schätze, daß ihm ein Versuch, ihre Schön-heit und Anmuth nachzubilden, gestattet worden sch.

Schon gut, schon gut!" sagte der Ncchnungsrath ver-drießlich und barsch.Ich verbitte alle Worte, besondersSchmeicheleien! Begeben Sie sich nur ganz still dort hinan die Thür und handhaben Sie Ihren Pinsel!"

Verzeihen Sie, in solcher Ferne kann ich nicht malen."

Warum nicht?"

Weil ich nicht mit Adleraugen versehen bin. Ich darf,wenn ich ein gutes Portrait liefern soll, nur drei Schrittevom Urbild entfernt sehn."

Der Ncchnungsrath schüttelte den Kopf und fing an,über die Schritte zu handeln. Ein so junger Mann, meinteer, werde doch zehn Schritte weit sehen können.

»Einen Kirchthurm allerdings," war die Antwort.