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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
133
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Aber feine weibliche Gcsichtszüge fordern eine nähereBetrachtung."

Der Rath bot nun acht oder sechs Schritte. Gustavverwarf auch diese und bestand auf dreien.

Als ihm endlich diese murrend und brummend cinge-räumt wurden, rückte er mit seiner Staffelei heran an denTisch, auf dem der Rechnungsrath, um während der Auf-sicht beim Malen in landesherrlichen Dicnstgeschästen nichtszu versäumen, eine Menge Akten anfgehäuft hatte. Au-guste schlug sittsam die Augen nieder; aber Gustav ersuchtesie, ihn fest und freundlich anzusehen, worüber der gräm-liche Vater abermals widerspenstig wurde, aber sich dareinergeben mußte, da er sein Kind doch nicht mit geschloffe-nen Augen, wie ein Marmorbild, dargcstcllt sehen wollte.

Die Arbeit ging nun anderthalb Stunden lang ohneUnterbrechung fort. Der Rath blätterte still in seinenMen, und schielte fleißig darüber hinweg, um die jungenLeute vielleicht in einem verdächtigen Angcngcspräche zuertappen. Er entdeckte nichts, gab aber, da ihm die Si-tzung zu lange dauerte, dann und wann ein Zeichen derUngeduld von sich. Das bemerkend, stand Gustav auf undsagte: er wolle nicht länger belästigen.

Sind Sie fertig?" fragte der Rath mit einem freudi-gen Tone, und lief hin an die Staffeln, um das Bildniß,das er schon vollendet zu sehen erwartete, zu betrachten.Als er aber nur die ersten einfachen Grundlinien gezeich-net fand, rief er aus:Mein Gott! Sie haben ja bei-nahe gar nichts gethan! In so langer Zeit, als Sie hiersitzen, war' ich mit einem bogenlangen untcrthänigstenBerichte an den gnädigsten Landesherrn zu Stande gekom-men, und dazu gehört doch, mit Ihrer Erlaubniß, mehrVerstand und Nachdenken, als zu Ihrer Pinselei."