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Kunst hier in der Enge einer kleinen Stadt keine Gelegen-heit hat, sich auszubilden und vorwärts zu kommen."
„Warum nicht?" sagte der Vater. „Wir leben dochim Schooße einer schönen Natur."
„Sic schmeicheln ihr, lieber Vater! Und wäre sie auchwirklich schön, so kan» und darf ich sie nicht sclavisch nach-bilden, gleichsam blos abschreiben; sonst wurde mich Goe-thc's bekanntes Spottgedicht: Die Musen und Gra-zien in der Mark — ungeachtet cs eigentlich gegeneinen gewissen Dichter gerichtet ist — ebenfalls treffen."
„Ich verstehe das nicht. Aber so viel weiß ich aus ei-gener Erfahrung, daß man sich freut, wenn man dieWirklichkeit genau uachgebildet sieht. Was will man dennmehr?"
„Der Künstler soll die wirklichen Gegenstände ideali-siren, das heißt: sie durch seine Einbildungskraft schönerund vollkommener darstellcu, als sie in der Natur vor-handen sind."
„Sonderbar! der Künstler muß also Gottes Werke ver-bessern, wenn sic gefallen sollen?—Nun meinetwegen!So idealisire denn auch!"
„Ich weiß nur nicht, wie ich kunstmäßig dabei verfahrenmuß, um des Beifalls der Kenner gewiß zu sehn. Daskann ich leider hier nicht lernen."
„Wo denn sonst?"
„Die nächste Kunstschule für mich wäre die Bildcrgal-lcrie der Residenz, wo ich die Werke Mich el Angelo's,Rafaels, Correggio's, Titians, Alb recht Dü-rers und anderer großen, unsterblichen Meister fleißig be-trachten und studiren könnte. Darum erlauben Sic mir,bester Vater, mich etwa ein Jahr dort aufzuhaltcn."
„Das würde schweres Geld kosten, mein Sohn! Doch