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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
127
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Nun, wenn Sie die Sache so leicht nehmen, HerrRechnungsrath," sagte das aufgebrachte Weib, so wolltich, daß Sie die Liebesbriefe an Ihre Tochter endlich selbsttragen müßten."

Sic spricht wie eine verrückte Person!" sagte der Rath,und jagte sie durch wildes Aufspringeu zur Thür hinaus.

Bald nachher ward er in die Hauptstadt berufe» undihm ein größerer Wirkungskreis angewiesen. Daß seinbisheriger Wohnort ihn verlor, das bedauerte niemand;aber Augnstens Scheiden beklagten alle junge Männer,ob sie gleich nur zuweilen das Vergnügen gehabt hatten,das schöne Mädchen am Fenster oder in der Kirche zusehen.

Einer dieser Leidtragenden war der junge Maler Gu-stav Weudclin, der Sohn eines der angesehenstenMänner in jener Provinzialstadt. Gustav hatte das Pa-radies von Augustcns Schönheit zwar auch nur immervon fern erblickt, war ihm aber doch einen Schritt näherals Andere gekommen, weil seine Schwester, mit Bewilli-gung der beiderseitigen Väter, Augusten bisweilen besuchteund von ihrem Bruder, wiewohl unbekannter Weise, diefreundlichsten Grüße übcrbrachte und an ihn zurück erhielt.Auch dieses zarte Band soll nun zerrissen werden; derliebende Jüngling war außer sich vor Schmerz und ver-sank, als sein Idol verschwunden war, in eine so düstereGcmüthsstimmung, daß er an nichts mehr Freude hatteund ihm seine sonst hochgeliebte Kunst ganz gleichgültigward.

Der Vater bemerkte seine Schwermuth und fragte, wasihm fehle.

Es betrübt mich," antwortete der Sohn, daß meine