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„Einige Tage später sah ich auf der nahen Landstraßeeinen Wagen daher fahren. Darin saß eine junge Dirne,die ein Kind auf dem Schooße hatte. Plötzlich fielen Räu-ber, aus dem Walde hervor stürzend, den Wagen an.Die Dirne sprang heraus, ließ das Kind darin liegen, undentfloh mit dem Kutscher. Die Buschklepper führten denWagen fort, nachdem sie das Kind, als eine unnütze Beute,im Walde nicdergclegt hatten."
„Ueberzcngt, daß es die vom Unglück verfolgte Waisedes Grafen Wildcnfcls sep, hielt ich mich aus Dankbarkeitverpflichtet, das kleine Wesen vom Verderben zu retten undin gute Hände zu bringen. Ich hatte Tages zuvor einigeHolzschlägcr belauscht, und aus ihrem Gespräche vernom-men, daß der Mühlmeistcr Hildemar ein wackerer Mannund kinderlos sep. Darum wußte ich gleich, wohin ichmich mit meiner kleinen Gräfin wenden konnte. Ich war-tete bis gegen Mitternacht, und wen ich dann vor Hilde-mar's Hausthür legte, das warst Du!" —
Helene, die sich immer, nach der verbreiteten Sage, fürdas Kind einer Straßenbettlerin gehalten hatte, erstaunteüber diese Eröffnung und wollte die Sache für einen Jrr-thum erklären. Aber die Zwergprinzessin betheucrte, daßes damit seine Richtigkeit habe. „Ich ward seit jenerZeit," fuhr ste fort, „mit einem Zauberer bekannt, der einFeind meiner Stiefmutter ist, ihr an Macht wenig nach-gibt, und mich, ihr zum Troß, mit verschiedenen Gabenund Kräften ausrüstete, die mir bisweilen trefflich zu Stat-ten kommen, um mancherlei Gutes zu stiften. Unter an-dern bin ich fähig, geheime Dinge zu erforschen, und weißdaher nicht allein, daß Du wirklich die Tochter des ermor-deten Grafen bist, sondern daß Du auch eine Menge Freierhast, aber keinen liebst, außer Einen. — Du hast, im Ver-
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