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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
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einsmalS in Abwesenheit meines Vaters, der eben Heerschauhielt, außerordentlich hart an einander gerathcn waren,verwandelte mich die tückische Zauberin in eine Eule, undjagte mich aus unserm königlichen Palaste in die Ober-welt hinauf."

Es war Morgen; die Sonne schien. Dennoch fandich, da ich nicht, wie die gemeinen Eulen, bei Hellem Tageblind bin, ohne Schwierigkeit den Weg zu einem hohlenBaume und kroch hinein. Kaum war das geschehen, sorannte ei» Jäger, der mit einem andern in der Nähe stand,auf den Baum zu, und erklärte laut, daß er mich tödtenwolle. Sein Gefährte bat für mein Leben, und nahm mich,als Jener auf seinem blutigen Vorsatze bestand, thätig inSchutz. Darüber entzweiten sic sich dergestalt, daß dermordgierige Mann meinen Vcrtheidiger mit dem Jagd-spieße durchstach. Hierauf ergriff er, ohne sich weiter ummich zu bekümmern, schleunig die Flucht."

Der todte Leichnam ward bald gefunden und aufge-hoben. Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich aus dem Ge-spräche der damit beschäftigten Leute, daß der Ermordeteein Graf Wildenfels gewesen war. Ach, wie wird csnun seinem Töchterlein ergehn! sagten sic. Das armeKind, kaum ein Jahr alt, hat doch gewaltiges Unglück.Die Mutter im Kindbett gestorben; der Vater gemordet;und die Kleine nun, ohne Hülfe und Schutz, in den Hän-den einer bösen Stiefmutter! Sie hat sich aber schonverlauten lassen: sie wolle den Schreihals denn andersspricht sie nicht einer Base, der Gräfin Wildenfels, in'sHaus schicken. Doch bei der alten, mürrischen Frau, diekeine Kinderfrcundin ist, wird sich die verlassene Waise nichtbesser befinden. So sprachen die Leute, die den Leichnamfortbrachten."