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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
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Am folgenden Tage brachte der fcldflüchtige Kriegs.uanndurch ausgesandtc Kundschafter in Erfahrung, daß derFeind die Gegend verlasse» habe. Schnell war der Aus-reißer wieder auf dem Platze und setzte seine Brautwer-bung thätigcr als jemals fort. Seine Nebenbuhler, diedas merkten, betrieben die Sache nun auch mit aller Macht.Helene befand sich daher in einem sehr unangenehmen Ge-dränge: denn ihre betagten Freier erschienen ihr jetzt dop-pelt häßlich, da ihr der junge schöne Sänger immer vorAuge» schwebte.

Traurig ging sie eines Tages in den Wald, und ver-irrte sich, in Gedanken vertief, von ihren gewöhnlichenPfaden. Sie kam an ein altes Jagdschloß, das in frü-her» Zeiten von den Fürsten des Landes oft besucht wor-den war, jetzt aber so öde stand, daß sogar kein Aufsehermehr darin wohnte. Indem sie sich diesem Gebäude nahte,bemerkte sie eine zahllose Schaar von Krähen, die es theilömit großem Geschrei umschwärmten, theils vor den Fen-stern des Erdstocks saßen, mit gestreckten Hälsen hineinguckten und ans die Glasscheiben hackten. Die Krähenverscheuchend und ins Gemach hinein sehend, erblickte siedarin einen unerwarteten Bewohner, der den Aufruhr derfeindlich gegen ihn gesinnten Vögel veranlaßte.

Es hatte sich nämlich eine sehr große Eule, eine Riesinihres Geschlechts, im Schlosse niedergelassen, und war ebendamit beschäftiget, ihr Zimmer in Ordnung zu bringen.Sie selbst bemühte sich eigentlich nicht damit; sie beobach-tete nur, auf und abgehend, die Arbeit ihres seltsamenDieners, eines Besens, der freiwillig, ohne daß er voneiner Hand geführt wurde, den Fußboden kehrte, und zu-weilen in einen Eimer mit Wasser sprang, um sich zu be-feuchten. Von Zeit zu Zeit blieb die Herrschaft stehen,