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ging er diesen Abend nicht aus und Thisbe stahl sich inden Garten, um ihrem Ppramus die drohende Gefahr zuverkünden. „Immerhin!" war seine Antwort: „ich willmir die Strcifwachc schon vom Leibe halten." —
Am folgenden Abend erschrack Gundchen, als sie sichdem Gartcnzaune nahte, vor einem Gespenste, das in ei-ner weißen Leichenhalle, mit großen Hörnern am Kopfe,draußen stand, und bald als ein Riese, bald als ein Zwergerschien. Sie that einen Schrei und floh; Rudolphs Stimmerief sie zurück und es ward ein Viertelstündchen geplau-dert. Jetzt wandelte eine Laterne im Dorfe herauf; Adel-gunde flüchtete schnell. Die Leuchte wandte sich nach demGarten; das Gespenst ging ihr riesengroß mit langsamenSchritten entgegen. Der Laterncnträgcr erschrack, ergriffmit großen Sprüngen die Flucht und verschwand in derThür des Schulhauses. Es war Bärenstcin. „O ihrHeldengeister meiner Ahnen!" seufzte er für sich: „verzeihtmir meine feige Flucht! Morgen sollt ihr mich tapferersehn!" — Er ging gegen Abend zum Pachter, verweiltedort einige Stunden, erbat sich, als er nach Hause gehenwollte, die Begleitung seiner sämmtlicheu Knechte, bewaff-nete sie mit Holzfackeln, Spießen und Stangen, und stelltesich an ihre Spitze. Als er sich seinem Garten nahte,trat ihm das gehörnte Gespenst mit fürchterlichem Brum-men entgegen. Er zog sich geschwind hinter die Frontezurück und rief seiner Mannschaft von hinten zu: „Drauf!drauf!" Aber die furchtsamen Kerle nahmen Reißans, under selbst lief schneller als Alle.
Pyramus und Thisbe mußten seitdem ihre Unterredun-gen am Gartenzaune einstcllen, weil Herr Bärenstein Abendsnicht mehr ausging und in seiner Gegenwart kein Huschin den Garten möglich war.