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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
91
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Als Rudolph seine abermalige Verweisung aus demSchulhausc gestanden hatte, sagte der Vater:Wahrschein-lich wässert der alten Perücke der Mund wieder nach ei-nem Wildbraten; aber ich werde kein Narr seyn. DerJunge kann lesen und schreiben; er bedarf der Schule nichtmehr. Wir lassen ihn nun vom Pfarrer zum heiligenAbendmahle vorbcreiten, und dann mag er sein Heil wei-ter in der Welt versuchen."

Rudolph crschrack über diese Entscheidung, weil er da-durch von seiner kleinen Freundin getrennt ward. Um siezu sprechen, umschlich er Abends das Schulhaus, und hattebald das Glück, daß Adelgunde, die den geheimen Besucherwartet haben mochte, aus dem Hause trat. Beide seufz-ten über die traurige Begebenheit, gelobten sich aber mitHand und Mund, nicht von einander zu lassen, und sichso oft als möglich zu sprechen.Doch hier an der Thürist's gefährlich;" sagte Gundchcn.Der Vater geht im-mer Abends ein Stündchen zum Pfarrer oder zum Nitter-gutspachter und könnt' uns einmal bei der Heimkehr über-raschen. Besser ist's, ich gehe künftig in den Garten, undDu kommst außerhalb an den Zaun: da stört uns nie-mand." Rudolph fand den Vorschlag gut; Ppramusund Thisbe waren gleichsam aus dem Grabe erstanden,und trafen jeden Abend am Gartcnzaune zusammen.

Im Frühling glaubte der Schulmeister verschiedene Ge-wächse im Garten zu vermissen. Er behauptete, cs müsseei» Dieb über den Zaun gestiegen scpn, und nahm sichvor, jeden Abend bei der Rückkehr aus seiner Gesellschafteine Runde um den Garten zu machen. Glücklicher Weise