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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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3.

Rudolph strengte fich möglichst an, die Lehren des klei-nen Rosenmundes zu fassen; cs gelang ihm auch überseine Erwartung. Das Schulhaus, das ihn bisher immer,wie eine schwarze Bastille, angcschaudert hatte, war ihmjetzt ein heiteres Lustschloß. Nach den Untcrric^sstundcnvergnügte er sich mit Adelgunden im Garten hinter demHause, worin ihr ein eigener kleiner Bezirk von den Lei-tern verliehen war. Da blühte jetzt besonders das lieb-liche Pflänzchen Vergißmeinnicht auch blauer Augen-trost genannt und die Buchstaben kundeV umschlangensich mit grünen Armen der Kresse. So vergingen Sommerund Herbst. Der Winter war dem kleinen Paare nichtso günstig. In beständiger Gegenwart der Mutter undSchwester ließ sich wenig sprechen, was nicht auf Lesenund Schreiben Bezug hatte.

Eines Tages aber hatte die Frau Pfarrcrin Helenenund ihre Mutter zum Kaffee eingeladen. Gundchen, dienoch nicht für voll angesehen wurde, war nicht mitgebetcnund mit ihrem Schüler allein. Sie wollte den Unterrichtwie gewöhnlich anfangen; er aber sagte:Nein, wir keh-ren heute den Spieß um. Du hast mich lange genug ge-schulmeistert; nun sollst du mir einige Nüßchen ans demForstfache aufknacken. Um dir aber Respekt einzuflößen,will ich zuvor die Tracht eines würdigen Lehrers anlegen."Damit griff er nach des Vaters Stutzperücke, die frischgekräuselt und gepudert auf dem Perückenstocke hing.UmGottes Willen, berühre daS Heiligthum nicht!" rief Gnnd-chen:das könnte dir übel bekommen!" er ließ sichaber nicht abhaltcn, schwang die Perücke auf den Kopf