Druckschrift 
4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
80
Einzelbild herunterladen
 

dO

^7-

ein Schuft!" schrie er ihn an. »Ihr werbt um ei» ehr-liches Mädchen, und habt Buhldirucn im Schranke!2hr bcwirthet Eure» besten Freund mit saurem Biere, undjene Geschöpfe mit Wein! Psui, Ihr scpd ein schlechterKerl!" -

Der Faun, der nun doch Freundschaft und Braut aufewig verloren sah, sprühte wie eine Katze, die ein Hundanbcllt, ans dem Winkel hervor, und verbat sich dergleichenSchmähungen. Knvll machte eine rückgängige Bewegung;der Faun hielt sie für Flucht, drang ihm mnthig »ach, undfuchtelte ihm mit seiner langen, knöchernen Hand »in dieOhren herum. Jener aber machte seinen Rückzug bloß inder Absicht, sich zu bewaffnen. Er holte seinen Stock, undzüchtigte grimmig damit den alten Sünder der fliehendTische und Stühle zu Boden rannte und Zeter Mordioschrie. Therese wollte dem Wütherich entwischen, aber nochin der Thür bekam sie einen Denkzettel von ihm. Er setztedann hastig den Hut ans, faßte Tuschens Arm, und enteilteschnaubend mit einem Fluche, der den Faun auf immeraus seinen Augen verbannte.

Ludwig ward bei diesem Getümmel ganz übersehen. Erging Tuschen behende nach, drückte ihr auf der unbeleuch-teten Treppe die Hand, und ward mit einem zärtlichenGegendruck für seine wohlgelungcnc Mühe belohnt.

Am folgenden Tage ließ ihn der junge Fürst, der da-mals in Olbau sei» Hoflagcr hatte, zu sich berufen. Argosgriff sich vor der hohen Versammlung besonders an; derFürst bezeigte Lust, ihn zu kaufen. Ludwig sagte: er trennesich von dem nutzbaren Thicrc nicht eher, bis cs ihm einkleines Landgut erworben habe. Der Fürst, dem für Hundeund Pferde, die er besitzen wollte, kein Preis zu thcncrwar, bot ihm einen in der Nähe der Stadt liegenden Maier-