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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
77
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doch wolle cr, Suöchcn zu gefallen, dicp Mal eine Aus-nahme machen, und werde zu rechter Zeit erscheinen.

Guschen bezeigte sich den ganze» Tag gegen ihren Vor-mund sehr artig; und als cr nach dem Abendessen vorlanger Weile nicht wußte, was cr anfangen sollte, sagtesie schmeichelnd:Lieber Herr Vetter, ich hätte wohl Lust,einmal auszugche» und unser» Freund Stange zu be-suchen/'

Herr Knoll starrte sic an und fragte, ob das ihr Ernstsey. Die Heuchlerin schlug, als schämte sie sich einer zärt-lichen Schwachheit, die Augen nieder, und sprach ein leisesJa.Nun, das ist schön, daß Du vernünftig wirst!" riefer ans.Ich will Dich mit Vergnügen zu dem gutenManne begleiten. Er wird Frendenthräncn weinen."

Sic kleideten sich rasch, eilten nach der Pomcranzcn-straße, und mit geballter Faust schlug Knoll an seinesFreundes Thür. Kein Mensch in der ganzen Sladt klopfteso ungeschlacht. Drum wußte der Faun sogleich, werdraußen war, und gerieth in Höllenangst, weil cr seineConrtisane wirklich bei sich hatte. Er versteckte sic so ge-schwind als möglich, und räumte den Kuchen und die Wein-flaschen, die ans dem Tische standen, hinweg. Der Donnerder Faust erschütterte indessen rastlos die Thür. Zitterndöffnete sie der Faun.Potz Element! sitzt Ihr denn ansden Ohren?" fuhr Knoll ans ihn los.Es ist gar nichtfein, daß Ihr so langsam aufmacht, wenn Euch ein hüb-sches Mädchen besuchen will."

Jetzt trat Snschcn hinter dem breiten Manne hervor.Der Faun crschrack auf's neue, krümmte sich freundlich wieein Ohrwürmchcn, und führte sie an der Hand in seinZimmer.