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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Erschüttcrt schrie Ludwig laut auf, verhüllte sein Gesicht,und vergoß ciucn Strom von Thranen.

Als er sich etwas beruhiget hatte, sagte der Pfarrer:Ihr Argoö hat sich schon, wie ich sehe, zu Ihnen gefun-den. Haben Sie aber auch die Narben der Wunden be-merkt, die er im Kampfe mit den Räubern erhielt? Ervcrthcivigtc herzhaft seinen Herrn, ward uicdcrgehauen,und ein mitleidiger Mensch, der ihn winselnd in seinemBlute fand, rettete ihn aus den Flammen. Seine Treueverdiente den Lohn, daß ich ihn durch einen Thicrarzt, denich deßhalb aus der nächsten Stadt berief, heilen ließ. Seit-dem bewacht er Tag und Nacht die traurigen Ucbcrrcstedes Herrenhauses, und kommt nur bisweilen zu mir, umbescheiden und genugsam seinen Hunger zu stillen."

Ludwig licbkosctc den Getreuen und sagte:Du Listmein einziges Erbthcil!"

O nein, so ganz verarmt sind Sie doch nicht!" sprachLcr Pfarrer.Das baarc Geld und die Gebände sind frei-lich verloren; aber die Mühlgcrcchtigkcit und die Grund-stücke werden sich bald um ein ansehnliches Kaufgcld anden Mann bringen lassen."

So sprach er noch manches tröstliche Wort, enthielt sich,um den Betrübten nicht noch mehr zu betrüben, aller Vor-haltungen über seine heimliche Flucht, ermnthigtc ihn durchWein, und führte ihn, als cs Schlafenszeit ward, zu demfür ihn bereiteten Lager.

Ludwig genoß aber keines wohlthätigcn Schlummers;er schwankte, wie ein Fieberkranker, zwischen Schlafen undWachen, und in diesem Zustande bekam er einen überra-schenden Besuch. Es schlurfte ein altes Männlein, nureine Elle hoch, mit einem langen greisen Barte, und in einhellblaues, mit Mehl bestäubtes Röcklcin gekleidet, zur Thür