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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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keinen bravern und iugcndhaftcrn Mann. Suschen hattehingegen erfahren, daß ihr heiliger Freier mit einer übelberüchtigten Weibsperson im vertrautesten Umgänge lebe;und das machte ihr den alten Sünder noch verhaßter, alser cs ihr ohnedicß war. Sie entdeckte ihrem Vormunde,was sie gehört hatte; aber Herr Knoll erklärte dieß Ge-rücht für eitel bösen Leumund, und sprach seinen Freundvon dergleichen Ausschweifungen völlig frei.

Das waren die Nachrichten, die Ludwig im Gasthofecinzog; und da er zugleich erfuhr, daß Herr Knoll selbstgegenüber wohnte, so war er mit seinem neuen Quartiere,das er aufs Gcrathcwohl gewählt hatte, vollkommen zu-frieden. Denn hätte der Faun, wie doch leicht möglichwar, seine Höhle hier gehabt, so wäre diese Nachbarschaftnnscrm Abenteurer wenig erfreulich und ersprießlich ge-wesen.

Er konnte kaum den Morgen erwarten, um Suschenam Fenster zu sehen. Mer die erste Erscheinung war HerrKnoll. Er legte sich, im Schlafrock und mit der Nacht-mütze , zum Fenster heraus, blies aus einer unförmlichlangen Pfeife, die ans dem ersten Stockwerke beinahe bisauf's Straßcnpflaster hinabreichte, dicke Tabakswolken vonsich und schnaubte jedem Vorübergehenden, der ihn grüßte,einen trotzigen guten Morgen zu. Nachher ließ er sichvon Suschen, die nur dann und wann im Hintergründeder Stube wie ein Sonnenblick durch Regenwolken sicht-bar wurde, beim Ankleiden bedienen, und schalt und tobtedabei so laut, daß man cs über die Straße herüber ver-nahm. Bald darauf machte der Faun seinen Morgenbcsuch,kam aber nur, um seinen Freund abzuholcn. Sie gingenmit einander in ein nahes Wcinhaus.

Nun setzte sich Suschen an's Fenster und nähte so flci-