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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
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und hob wchmüthig, wie eine betende Heilige, die Augenge» Himmel. Da sprang der dicke Mann wüthend auf,schwang seinen Stock über des Mädchens Haupt und sagtemit donnernder Stimme:Sprich Ja, oder ich schlagedich, daß dir die Sinne vergehn!"

Plötzlich stürzte Ludwig, durch diesen Austritt empört,aus seiner Verborgenheit hervor und ging mit hastigenSchritten auf den Platz, wo ein Licbcsbündniß durch Stock-prügcl zu Stande gebracht werden sollte. Der Faun er-schrack, fuhr schnell empor, stieß mit seinem breterncnNucken an den Tisch und warf ihn über den Haufen. DieFluth der zerbrochenen Weinflaschen tränkte die Erde; denBraten entführte ein großer Hund, der längst darauf ge-wartet hatte, daß ein Brosamlein von der Herren Tischefallen sollte. Der Rundbauch brüllte und schäumte vorWuth. Er wußte nicht, ob er den Faun, den Hund oderden fremden Schadenstistcr schlagen sollte. Vor allen Din-gen lief er mit lächerlicher Anstrengung dem Bratcnraubernach; aber seine schwerfälligen Beine konnten den flüchti-gen Vierfüßler nicht einholen. Keuchend kam er zurück,schalt den Faun, der sich seine an der Tischkante gequetschteSchulter rieb, einen unvorsichtigen Faseler und fuhr aufden Schauspieler los:Was ist das für Manier, meinHerr, daß Sie, wie ein wilder Eber, aus dem Buschehervorbrechcn?"

Es ist meine Manier;" sagte Ludwig.So raschgeh' ich immer, und hier ist ein öffentlicher Ort, wo je-dermann erscheinen darf."

Mit diesen Worten setzte er sich, ohne daß es derBrummbär zu hindern wagte, an einen der nächsten Tische,zog ein Buch aus der Tasche, gab sich das Ansehen einesaufmerksamen Lesers, schielte aber zu dem lieben Mädchen

L,mgl>ci,i'S sämmtl. Schr. VIII. Be. 5