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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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Aber zufällig erfuhr er, daß der Graf ciue große Summein Gold besaß und sie ganz sorglos in seinem Schreib-pulte aufbcwahrte. Er folgte den Lockungen seines bösenGeistes, sich dieser Summe zu bemächtigen. Der Grafhatte eine auf zwei Monate berechnete Reise nach Berlinangetreten und seinem treuen Diener Flirlk die Obhut desHauses anvertraut, weil er den Kammerdiener und den zwei-ten Lakaien mit sich genommen. Flink, dem alle Zimmeroffen standen, konnte nun, von niemand beobachtet, mitvoller Sicherheit den Raub unternehmen. Ein krummgebogener Nagel öffnete das Schloß des Schreibpultes;die Goldsäcke lagen richtig darin, waren aber so schwer,daß sie sich auf der vorhabenden Diebsflucht nicht in derTasche forttragen ließen. Was war zu thun? Er log deralten leichtgläubigen Köchin und den Hausmägden vor:er habe vom Grafen einen Brief und darin den Befehlerhalten, ihm einen Koffer mit Kleidungsstücken und an-dern Bedürfnissen mit der Post nach Berlin nachzuseuden.Dasselbe Mährchen erzählte er dem Schenkwirth, und ver-langte dessen Wagen, der ihn des folgenden Tages mitdem Koffer des Grafen zur nächsten Stadt fahren solle. DerWirth, dem dieses Vorgeben ganz unverdächtig schien,sandte am nächsten Morgen seinen Wagen ins Schloß, dergoldrcichc Koffer ward hinauf gehoben, Flink nahm Ab-schied von der Köchin, versprach in einigen Tagen, nachabgemachtem Postgeschäfte, wieder zu kommen, und dieReise ging fort.

In der nächsten Stadt gab er den Koffer auf die Post,und dazu einen an den Grafen Hollbcck in Dresdenpviit« restante addressirtc» und mit dem gestohlenen gräf-lichen Wappen versiegelten Begleitbrief. Den Wagen schickteer nach dem Dorfe zurück, fuhr bis zur dritten Station,