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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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in Empfang nehmen. Damit warf er die noch nichtvertheilten Blätter auf den Tisch und lief aus dem Dienste.

Von da begab er sich zu einer reisenden Schauspieler-gesellschaft, die am Main und Rhein von Stadt zu Stadtzog, und mitunter auch ansehnliche Dörfer nicht verschmähte.Sie bestand aus rohem, unwissenden Gesindel, das die ihmzugethcilten Rollen kaum lesen, geschweige denn kunstrechtspielen konnte. Der Einäugige ist König unter den Blin-den : so war auch Flink ein Stern der ersten Größe unterdiesen Leuten, und bekam immer die wichtigsten und glän-zendsten Rollen. Er prunkte als Kaiser und König, be-saß aber keinen Groschen in seiner Schatzkammer; dennder Dircctor war immer in der Klemme und nie im Stande,ihm seinen Wvchengehalt, der freilich volle zwei Thaler be-trug, ganz zu zahlen: er konnte ihm jeden Abend nachder Vorstellung nur so viel verabreichen, als er des fol-genden Tages zur nothdürftigstcn Stillung des Hungersanwendcn mußte. Endlich war auch dieses Almosen nichtmehr zu erhalten. Der Director mußte seine kümmerlichenZahlungen ganz cinstcllen und erklärte seiner Heerde, daßer, wegen gänzlich zerrütteter Umstände, seinen Hirtenstabniederlegen müsse, und ihr stimmt und sonders wohlmei-nend rathe, den Hungerpfad des umher irrenden Schau-spielers zu verlassen und auf andern Wegen ihr Brod zusuchen.

Diese Auflösung geschah in einer Gegend am Rhein,wo der Graf Hollbeck ein großes Gut besaß und sich ebendaselbst befand. Flink erbot sich ihm zum Kammerdiener;da jedoch dieser Platz besetzt war, nahm er mit einer Be-dicntcnstclle fürlicb. Der Graf behandelte ihn freundlich,und er war vier Monate lang ein treuer und ehrlicherDiener.