§8
Damit geschmückt, stand er vor dem Hansaltarc, an demein angesehener Stadtgcistlicher, ein Oheim der Braut, dieVerlobten einsegncte.
Man ging dann zur Tafel. Der französische Obersteglänzte in stolzer Pracht neben seiner Auscrwähltcn, alsin dem Augenblicke, da eben erst die Suppe vcrthcilt war,ein fremder ansehnlicher Mann in den Saal trat. Ergrüßte die Gesellschaft mit einer stummen Verbeugung,-stellte sich dem erbleichenden Grafen gegenüber, und rieflaut nach der Thüre hin: „Ja, er ist'ö!" — Sogleichtraten gcwaffnctc Soldaten , die hinter der halb offenenThüre gelauscht hatten, herein. Der Graf, vor Angst undSchrecken einem Tobten ähnlich, fuhr vom Stuhl auf undwollte sich aus dem Staube machen; da aber der Saalnur einen einzigen Ausgang hatte, fiel der Flüchtling indie Hände der Soldaten, die zum Theil bei Leipzig ge-jochten hatten, und sich freuten, wieder einmal einen Fran-zosen gefangen zu nehmen. Sie führten ihn hinaus, undnöthigtcn ihn, in einen bereit stehenden Wagen zu steigen.Der Untcrofficier und zwei Musketiere setzten sich zu ihmhinein, und die Reise ging rasch nach der Stadt.
„Es thnt mir leid, meine gnädige Frau," begann jetztder Fremde, „daß ich Ihr Hochzcitfcst auf eine höchst un-angenehme Weise stören mußte. Hätten cs die Umständeerlaubt, einen Tag, oder wenigstens einige Stunden frü-her hier cinzntrcffcn, so ward der Betrüger entlarvt, cheSie, von seinen Lügen getäuscht, eine Verbindung mit ihmeingingcn, die nur die bitterste Neue Zur Folge haben kann.Doch Sie wissen noch nicht, wer sich gedrungen sah, Ihr