beinahe laut lachten, als sie den gnädigen Herrn wie einenGrashüpfer vorbeispringen und den Stier ihm nachstür-zen sahn. Niemand hob zu einem Rettungsversuche Handoder Fuß. Die Buben jauchzten und klatschten in dieHände. Die bewundernswürdige Schnelligkeit der gräfli-chen Füße erwarb jedoch ihrem Besitzer das Glück, daß erungespießt das Schloßthor erreichen und es dem Stier vorder Nase zuwerfcn konnte.
Als der Pfarrer Arnold am folgenden Tage die komischeGrafenhetze erfuhr, sah er die Sache von einer ernsthaftenSeite an, und sagte zu einem Amtsbruder, der sich ebenbei ihm befand: „Es war die Nemesis, die den Gra-sen, in Gestalt des Stieres, verfolgte. Entging er ihrauch gestern, so wird sie, als Blachfelds Rächerin, ihn zuanderer Zeit fassen und geißeln."
Zur Feier des Vermählungsfestes wurden große Anstal-ten im Schlosse zu Linnthal gemacht. Vierzehn Tage zu-vor lud die Baronin die ganze adelige Nachbarschaft undviele Freunde und Bekannte aus der Stadt dazu ein. Diealten Herren freuten sich auf ein köstliches Gastmahl unddie junge Welt auf einen glänzenden Ball.
Der Graf, der bisher immer bürgerliche Kleidung ge-tragen, überraschte jetzt seine Braut mit der Eröffnung,daß er Oberster in französischen Diensten scy. „Warumerfreuen Sie mich erst so spät mit dieser Nachricht?" fragtedie Baronin. „Ich wollte," war die Antwort, „nicht mei-ner militärischen Würde, sondern einzig mir selbst die Ent-scheidung meines Looses verdanken."
Er fuhr hierauf in die Stadt und bestellte sich eineprächtige Uniform.