Druckschrift 
4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
43
Einzelbild herunterladen
 

43 <§o

Lei Nacht ich weiß nicht, in welcher Absicht inmeine Zimmer cinznschleichcn: alle diese ärgerlichen Um-stände veranlassen mich zu dem Entschluß, Ihr Landgutsogleich zu verlassen und mich mit meiner Tochter wiedernach der Stadt zu begeben."

Nun, was sagte die Baronin?" fragte der Major denzurückkommcnden Boten des Briefes.

Sie las den Brief lachend," antwortete der Diener,und sagte dann : Es ist gut; ich wünsche dem Herrn Ba-ron glückliche Reise."

Herr von Blachfcld ließ anspanncn und fuhr mit Otti-lien beim Pfarrer vor, um Abschied zu nehmen. Mantrennte sich mit Bctrübniß.

Willkommen, alter Freund!" sagte der General Wed-ding, den der Major bald nach seiner Ankunft besuchte.Wie gcht's? Hast du Krieg oder Frieden im Hause?"

Den heftigsten Krieg;" sprach der Major, und erzählteseinem Busenfreunde die uns bekannten Vorfälle.

Donnerwetter!" rief der graue Held.Die Sache stehtschlimm oder vielmehr gut! Nun muß cs znm Bruch kom-men! Willst Du Dich von der übermüthigcn Kaufmauns-tochter, deren blendender Mammon Dich vom Felde derEhre hinweg lockte, noch länger mißhandeln lassen? Könn-test General sepn, und was bist Du seit zehn Jahren?Ein armseliger Kreuzträgcr, den nun gar noch ein aufgc-lesener Graf höhnt und verdrängt. Ich bitte Dich, Bru-der, mach' Dich so schnell als möglich von dem Höllcn-weibe los! Du kannst und sollst ihr Sclav nicht länger