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Nach reiflicher Ueberlcgung unterließ Jmmcnstein, derBaronin die ihm widerfahrene Begegnung zu klagen, weiler seine dabei bewiesene Feigheit nicht zugleich gestehenund sich dadurch verächtlich machen wollte.
In der folgenden Nacht bcunrnhigte den Major eineArt von Spuk. Das Zimmer, worin er schlief, war dasEintrittszimmer zu der ganzen Reihe von Gemächern, dieer mit seiner Tochter bewohnte. Gegen Mitternacht weckteihn, der nie fest schlief, ein leises Geräusch an der Thur.Ein Schlüssel ward ins Schloß gesteckt und die Thür sachtgeöffnet. „Wer da?" rief der Major mit so gewaltigerStimme, wie er vormals sein Bataillon commandirtc.Keine Antwort; aber die Thüre ging sanft wieder zu,und der Major hörte, daß sich leise Schritte hinwcgzogcmAm Morgen erzählte er seiner Tochter den Vorfall,und warnte sic, nicht zu erschrecken, wenn sie einmal desNachts einen Pistolenschuß höre. „Er soll Niemand töd-ten;" setzte er hinzu: „ich will nur gegen die Thür feuern,indem man sie aufschließen will."
Er schob am Abend den Riegel vor, legte sich zu Bett,erhielt sich aber munter. Um Mitternacht kam's draußengeschlichen und versuchte das Schloß zu öffnen. Der Ma-jor feuerte sein geladenes Pistol gegen die Thür. Es gabeinen furchtbaren Knall; draußen hörte man ächzen, tau-meln und fallen. Herr von Blachfeld nahm ein Licht undsah hinaus. Da lag der Graf von Jmmcnstein in Ohn-macht. Vom Schuß geweckt, stürzten die Bedienten herbei.„Bringt den Nachtwandler in sein Bett!" sagte der Ma-jor, und kümmerte sich nicht weiter um ihn.
Am Morgen schrieb er an die Baronin: „Ihr schlechtesBetragen gegen mich, der anstößige Aufenthalt des frem-den Grafen bei Ihnen, und seine wiederholten Versuche,