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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
31
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Die Thürflügel flogen auf. Rasch erschien ein wohlge-bildeter junger Mann, gestiefelt und gespornt, mit einerReitpeitsche in der Hand und von einem großen Hunde be-gleitet. Er schoß auf die Dame zu, drückte seinen Stutz-bart ans ihre Hand und sagte:Entschuldigen Sie, gnä-dige Frau! Ich komme eben von einem Spazierritt durchden Park und wollte das Vergnügen, mich Ihnen vorzu-stcllen, keinen Augenblick durch Umkleiden verzögern."Ehe sie antworten konnte, war der Schmetterling schonbei der Tochter, sah ihr starr ins Gesicht, blickte dannnieder auf ihren Stickrahmen und sprach über ihre Arbeitdie übertriebensten Schmeicheleien aus.

Nehmen Sie Platz, Herr Graf!" sagte die eifersüchtigeMutter in einem fast verdrießlichen Tone.

Er warf sich auf einen Stuhl, streckte die Beine weitvon sich, schwatzte von Bosco und vom Theater, schlugmit der Peitsche an die Stiefeln und ließ bisweilen denHund darüber springen. Seine Geschwätzigkeit glich einemreißenden Strome. Er rühmte sich, ein dramatischer Dich-ter zu sepn und ausgezeichnetes Schauspielertalcnt zu be-sitzen , was er auf seinen Reisen durch Europa, an vielenfürstlichen Höfen, wo er mit Prinzen und Prinzessinnenvor dem versammelten Hofstaate Schauspiele aufgeführt,glänzend bewiesen habe.Erlauben Sie, gnädige Frau,"fuhr er fort,dieses Selbstlob durch eine kleine Talent-probe zu unterstützen." Damit stand er auf und dccla-mirte, in der gespreizten Manier vormaliger Heldcnspieler,einen Monolog von Schiller.

Die Baronin klaschte wüthend. Ottilien aber war dasganze Wesen des Grasen so widerwärtig, daß sie nicht imZimmer aushaltcn konnte. Sie ging zu ihrem Vater.

Der Engel verläßt uns," sagte der Graf,und ich