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sitzenden Stieftochter: „Liebe Ottilie, sep so gefällig,mein Haar etwas besser zu ordnen. Du weißt, daß wirjeden Augenblick einen Besuch zu erwarten haben."
„Welchen Besuch?" fragte Herr von Blachfcld.
Die schmollende Gemahlin antwortete nicht; die Tochteraber sagte: „Ein fremder Graf, der gestern in Dosco'sKunstvorstellung neben der Mutter saß und sich mit ihrunterhielt, bat um Erlaubniß, ihr diesen Morgen auf-warten zu dürfen."
„Also bei Bosco ward die Bekanntschaft gemacht?"sprach der Vater. „Nun, die gnädige Frau lasse sich, sooft cs ihr gefällt, von dem Gaukler täuschen; Dir aber,Ottilie, verbiet' ich cs, seine Bühne ferner zu besuchen.Ich will nicht, daß man Dich zu den Damen zähle, vonwelchen ein Lobreduer des Taschenspielers hier* wörtlichsagt: „„Man wähne nicht, in Dosco's Gegenwart dengewohnten Blick aus schönen Augen zu empfangen! DieDamenwelt ist nicht nur von dem Künstler, sondernauch von der liebenswürdigen Persönlichkeitdesselben so bezaubert, daß sie alle Aufmerksamkeit nurauf ihn zu richten vermag."" — Sieh, da steht diefreche Behauptung, die alle gesittete Frauen und Jung-frauen beleidigen muß." — Ottilie lehnte die dargcbotcneZeitung mit Schamröthe ab und sagte: „ich wcroe IhrVerbot, lieber Vater, unverbrüchlich befolgen." —
Ein Diener meldete jetzt den Grafe» von Jmmcn-stein. Schnell erheitert, befahl die Baronin, ihn vorzu-laffcn, und Herr von Blachfcld begab sich durch eine Nc-bcnthür aus dem Zimmer.
" Berliner Zeitung, im Berlage der Ddssischen Erben, vom4. Juni 4828.