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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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ihres Todes nicht an, sondern sagt blos: Herr von O"*sey zu einer zweiten Vermählung geschritten und der Geisthabe sich bei derselben höflicher als bei der erstem auf-geführt.

Von jetzt an erschien die Unholdin seltener und legtenicht mehr thätlich Hand an den Verfolgten. Dagegenmachte sie es nun wie der Fuchs, der die Trauben, die ernicht erreichen konnte, sauer schalt: sie setzte nämlich dem- unglücklichen Man» in den Kopf, er sey eine Mißgestalt,ein häßliches Ungeheuer, dessen Anblick bei jedermann Ent-setzen und Eckel erwecke. Daher ward er menschenscheu,und cs überfiel ihn ein Zittern, wenn er vor seinem Zim-mer einen Fußtritt hörte. Er ließ die Spiegel bedecken,die Fenster mit Tüchern verhängen, verbarg sich, wenn erder Aufsicht seiner Angehörigen entweichen konnte, an ein-same», finstern Orten, und machte oft Versuche, sich zuentleiben. In dieser tiefen Schwermuth verging er wieein Schatten und starb an einer völligen Entkräftung.

Was soll man von dieser Geschichte denken? Handeltesie blos von Erscheinungen, die Herr von O'" alleingesehen und empfunden haben wollte, so wäre sic von ge-ringer Bedeutung. Man könnte ihn dann für einen ge-wöhnlichen Geisterseher halten, könnte muthmaßcn, daß eretwa dem Frauenzimmer, in dessen Gestalt er das Gespenstzu erblicken glaubte, die Ehe versprochen gehabt habe undwegen seiner Wortbrüchigkcit von den Furien des bösenGewissens verfolgt worden sep. Allein was sagt man zuden Begebenheiten, bei denen auch anders Personen Augen-und Ohrenzcngeu waren? Wie soll man die Entwendungder Halskette, die Züchtigung des Frankfurter Maulhelden