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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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der Tafel fing fie unfichtbar ihr tückisches Gaukelspiel an,drängte sich zwischen Bräutigam und Braut, schob ihreStühle von einander, und bei jedem Versuche, sich zuküssen, stießen sie mit den Lippen an eine kalte Scheide-wand, die es ihnen unmöglich machte. Auch die Gäste(die zum Theil die Heirath gestiftet hatten) wurden aufmancherlei Weise von der Muthwilligcn geneckt. Die le-ckersten Braten, auf welche schon hundert Augen mit Sehn-sucht gerichtet waren, verschwanden unter der Hand desVorschncidcrs, die Flaschen taumelten wie Trunkenboldeaus dem Tische, die Weingläser tanzten im Kreise, undklirrten von selbst, wie bei ausgcbrachtcn Gesundheiten,an einander. Sogar die schuldlosen Bedienten blieben nichtverschont und fielen beim Aufträgen der Speisen auf ebe-nem Boden über unfichtbare Steine des Anstoßes, die ih-nen der schadenfrohe Geist in den Weg legte.

Dieß alles schreckte die Gesellschaft nicht ab, nach derTafel den Ball zu eröffnen. Aber auch der hämische Ko-bold mischte sich in die Reihen, spielte den Tanzmeisterund richtete lauter Verwirrung an. Die besten, kunstcr-sahrcnsten Tänzer machten keine Tonr recht und faseltenin einem ewigen Labyrinthe herum; wer sich rechts schwen-ken sollte und wollte, ward durch eine unwiderstehlicheGewalt links geschnellt mit Einem Worte: es kamkein regelmäßiger Tanz zu Stande. Sogar die einfachstenWalzer verunglückten. Indem sich der Tänzer mit seinerDame herumschwang, umarmte er plötzlich die leere Lustund drehte sich allein. Andere hatten, ehe sie sichs ver-sahen, eine Strohpuppe oder ein anderes lächerliches Schat-tenbild, statt der entschwundenen Tänzerin, in den Armen.Auch alte Herren und Damen, die von Weitem saßen undin gemächlicher Ruhe dem Tanze Zusehen wollten, zwang