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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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sich vcrmuthlich fürchtete, allein zu bleiben ersuchte gleich-falls um die Erlaubniß, Gesellschaft leisten zu dürfen. DaSließ sich der Edelmann sehr gern gefallen, und es wurdenfür die Frankfurter Starkgeister zwei Betten neben demseinigen aufgcschlagen.

Aber die Jungfrau, die doch wahrscheinlich von dem Da-sepn dieser Helden unterrichtet war, fürchtete sichvor ihnen nicht, sondern kam, wie gewöhnlich, um Mit-ternacht, und ging in dem volkreichen Schlafzimmer dieRunde. Zuerst machte sie dem Wirth ihren Besuch, undwar dieß Mal so unverschämt, daß sie mit Gewalt zu ihmins Bett steigen wollte. Der keusche Joseph wehrte sichaus allen Kräften dagegen. Hierauf packte sie ihn grim-mig an, und wollte ihn ans dem Bette reißen; doch er klam-merte sich mit Händen und Füßen ans Gestell und erhieltsich in seiner Lage. Der Geist hatte in dieser Nachtden Herren Frankfurtern zum Trotz den Mantel derUnsichtbarkeit abgelegt; daher erhoben sie bei seiner An-kunft die Köpfe, wie Frösche im Sumpf, aus den Federnempor, tauchten aber schnell wieder unter, und fanden csnicht für gut, dem Herrn von O " * zu Hülfe zu kommen.

Allein man hat nicht länger Frieden, als der Nachbarwill, und die Jungfrau war nicht gemeint, ihren gegen-wärtigen Nachbarn Frieden zu lassen. Der Fehde mit demEdelmann übcrdrüßig, fing sie mit dem Professor Kriegan, und drasch das Deckbett, worunter er schwitzte, einegute Weile so heftig mit geballten Händen, daß er sicheinen deutlichen Begriff machen konnte, wie einer Pauke,auf welcher ein Wirbel geschlagen wird, zu Muthc sepnmuß. Doch der Philosoph lag unbeweglich wie ein Klotz,ließ sich geduldig pauken, und war des folgenden Tagesam ganzen Leibe so blau wie ein gesottener Fisch. Nun