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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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richten, sie habe das nicht aus eigener Bewegung gethan,sondern scy durch einen Strom von Küssen ans ihrer rech-ten Lage verdrängt worden.

Herr Rossignol hatte sich einen noch viel ansehnlichen!Haarbcutel als sein Dutzbruder getrunken. Das bezeugteschon sein kleines, flaches, goldbesäumtes Hütchen, das aufseinem dicken Mönchskopfe in der schiefsten Richtung schwei-mclte. Er sang mit schwerer Zunge und also nichtso lieblich wie seine Namensschwester"' die lustigstenStudcntenliedcr.

Urplötzlich that sich die Thür auf, und der Herzogder, vom Vollmond gelockt, im Garten spazierte, den Bac-chantenlärm im Pavillon vernahm und sich seines Haupt-schlüsscls bediente trat mit Rosetten herein. Sic stießeinen gellenden Schrei aus, und ihr Gemahl sprang em-por, als ob eine entzündete Pulvertonnc unter seinemStuhle zerplatzte. Der Herzog war selbst im ersten Mo-ment ein wenig verlegen, faßte sich aber schnell und belä-chelte den seltsamen Auftritt. Die Mädchen blieben sehrruhig. Rossignol war so benebelt, daß er die Ankommen-den nur wie durch einen Flor sah. Er ergriff ein vollesGlas, reichte es über die Achsel dem Herzog entgegen,und krähte dazu einen alten Sang, der verdeutscht so lau-ten würde:

Herr Bruder, trink ein Mal!

Laß deine Schöne leben!

Sie wird zum GratialDir tausend Küsse geben.

" Die Nachtigall, die im Französischen, wie bekannt,Rossignol heißt.