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Drum ist der WeingvtL vergebens bemüht,
Sein Söhnchen im Kerker zu zähmen:
Denn was der Geist der Liebe durchgtüht,
DaS läßt 'stch nicht binden und lähmen.
Unter verliebten Scherzen — die am Ende wohl auchin verliebten Ernst ausartcn mochten — verflog eine Stundenach der andern. Rosetten war Anfangs herzlich bange,daß ihr Gatte früher heim kommen und sie vermissenmöchte; doch nach und nach verschwebte ihr leichter Geistganz außer sich selbst und achtete nicht mehr des schnelle»Fluges der Zeit. Der Herzog machte sich kein Bedenken,sie so lange aufzuhaltcn, als er an den Tändeleien mitihr Vergnügen fand. Ihn kümmerte nicht, was für Auf-tritte des folgenden Tages in der Teufclsküche daraus ent-stehen möchten. Er wollte — das war sein edler Plan —den Taumclbccher der sinnlichen Liebe in dieser Nacht biszur Sättigung leeren, und dann den Faden der ländlichenBekanntschaft schnell und auf immer zerreißen. Wir wol-len nicht Zeugen der Ausführung feines Vorhabens seyn,und lieber die unschuldiger» Leutchen im Gartensaal wie-der besuchen.
Die Mitternacht war schon lange vorbei, als sie immernoch weidlich schwärmten. Selbst der blöde Kapitain hatteauf dem Boden der zweiten von ihm ausgestochenen Bur-gunderflasche mehr Muth gefunden, als ihm zuträglich war.Er saß mit kleinen funkelnden Augen neben seiner Gespie-lin und kosete freundlich mit ihr. Sie schlang ihr rundesAermchcn um seinen Leib, und er hielt cs für eine süßePflicht, diese Höflichkeit zu erwiedern. Dagegen aber schiensich seine Perücke vor seiner schönen Nachbarin gescheutzu haben: denn sie war auf deren Seite einen Zoll breitvon der Stirn zurück gewichen. Doch sagen andere Nach-